Das Marienbild aus Birklingen

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde, wie die Überlieferung spricht, bei Birklingen an einer einsamen Stelle in einem Baume ein Marienbild gefunden, bei dem sich bald zahlreiche Wunder zutrugen und viele Wallfahrer einfanden. In den folgenden kriegerischen Zeitläufen ging das Bild verloren, soll aber 1700 in einem Winkel der Kapelle zu Birkingen wieder aufgefunden worden sein. Es wurde darauf nach Iphofen verbracht.

(Sulzb. Kal. F. k. Chr. 1874; Schmidt, Chronik der Stadt Iphofen, Ansbach 1841, S. 32. – K.)

Das Bild ist eine sogenannte schmerzhafte Mutter Gottes, eine Pieta, und steht in der Pfarrkirche zu Iphofen. Von ihm wurde, wie es den Anschein hat, eine Nachbildung gefertigt, die an der südlichen Seitenwand der Birklinger Kapelle ihren Platz fand. Die Iphöfer, sagt man, seien aber nicht recht darüber einig, ob sich das ehedem so hochverehrte Marienbild in der Stadtkirche, d.h. in der sog. Blutskirche, oder im Bürgerspital befinde. Man denkt auch an ein Bild auf Leinwand gemalt.

Nun wird in seiner alten Heimat noch das von dem Bilde erzählt: Schon am andern Morgen nach seiner Übertragung war das Bild in Iphofen verschwunden und nach Birklingen zurückgekehrt. Auch eine neue Übertragung hatte keinen besseren Erfolg. Darum gelobten die Iphöfer eine jährliche Bittprozession nach Birklingen auf Maria Geburt (8. Sept.), die sie nüchtern antreten wollten, und nun blieb das Bild zu Iphofen. (In Iphofen aber glaubt man, die Prozession sei wegen er Pest versprochen worden.) 

Birklingen (Untersambach) 1906. – Die Übertragung des Bildes: Gropp N. S. II. 81 f. – S.

Quelle: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald von J. L. Klarmann und K. Spiegel; Druck und Verlag Franz Teutsch