Der Schatz im See 

  1. In der Nähe des großen Sees in Birklingen "brachten" (hackten) einmal zwei Dorfnachbarn auf ihren nebeneinander liegenden Äckern Rangersen (Runkelrüben). Es läutete schon zu Abend und sie beteten. Noch während sie beteten oder gleich darauf, kam ein kleines Männlein zu ihnen hin und sagte: "O, wie dumm seid ihr doch, daß ihr euch noch so plagen müßt! Da drunten im See liegt so arg viel Geld, daß ihr euch zu lebtag nicht mehr zu plagen brauchet". "Ja, in dem See wird’s hocken!" fing einer der Männer an und das Männlein war verschwunden. Wo der Schatz im See liegt, konnte es leider nicht mehr sagen.
    Neben dem großen See liegen Kirche und Schule. Vordem befand sich in Birklingen auch ein reiches Kloster. Den großen Klosterwald wollte das Dorf kaufen, aber der damalige Graf zu Castell kam der Gemeinde zuvor*).

  2. In den großen See bei der Kirche versenkte man im Schwedenkriege die Glocke. Sie liegt noch im See und läutet das Jahr hindurch zu verschiedenen Zeiten.

(1. Birklingen (Untersambach) 1906; 2. Birkl. (Würzburg, Erz. *1829) 1911. – S.)

*) Über die Klostergründung s. Iphofen. Die Meinung vom Waldkauf ist eine übertragene Sage. Der Klosterwald von Birklingen wurde nach dem Aussterben der Mönche zur fürstbischöflichen Hofkammer gezogen, kam also in den Besitz des Würzburger Bischofs. Am 03.05.1525 wurden auf Befehl der Hauptleute des fränkischen Bauernheeres sämtliche Klostergebäude in Asche gelegt. Noch 1581 befanden sich die Ruinen in dem gleichen Zustande wie nach dem Brande. Doch war bereits 1594 auf Betreiben des Fürstbischofs Julius Echter von Würzburg die neue Kirche errichtet. Sie steht auf der Stelle der Klosterkirche, ist aber kleiner, was man an den offenliegenden Grundmauern der alten Kirche erkennen kann. Die Maßwerke der alten Fenster wurden, weil sie den neuen Verhältnissen nicht mehr entsprachen, gekürzt und darauf die neuen Fensterbogen gesetzt.

Quelle: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald von J. L. Klarmann und K. Spiegel; Druck und Verlag Franz Teutsch