Zur Geschichte von Birklingen
von Andreas Brombierstäudl

Das Dorf

Die erste Erwähnung Birklingens findet sich in einer Würzburger Urkunde aus dem Jahre 1159. *1)  In ihr wird ein „Kunrad de Birclingen“ als Zeuge aufgeführt.

1244 gab Graf Friedrich von Castell der Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Kitzingen den bisher strittigen Zehnten in „Birkelingen“ zurück. *2)

Am  25.11.1404 übereignete Burkhard von Seckendorff, Domherr zu Würzburg, das von seinem Vater ererbte Dorf Birklingen mit allen Rechten, Leuten, Zinsen und Gülten seiner Schwester Elisabeth von Thüngen, geb. von Seckendorff, *³) die es am 22.02.1422 um 600 Gulden an das Spital St. Johannis Baptistae in Iphofen verkaufte. *4)

Beim Überfall des Brandenburgischen Vogts Jörg von Gebsattel auf das Kloster, am 25.04.1462, wurde auch das Dorf in Brand gesteckt. *5)

Am 09.08. 1464 mußte auf Anordnung des Bischofs Johann III. von Grumbach das Spital in Iphofen das ihm gehörende Dorf Birklingen um 900 Gulden an das Kloster zu Birklingen abtreten. *6)

Während des Bauernkrieges (1525) schlossen sich auch einige Birklinger Einwohner den Aufständischen an. Ob sie an der Zerstörung des Klosters beteiligt waren, ist nicht bekannt.

Im 18. Jahrhundert war Birklingen vorübergehend Wüstung. Die Neuanlage und der Aufbau des Dorfes unter Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779–1795)

Führte ab 1799 zu der Bezeichnung „Neubirklingen“. Im Laufe des 19. Jahr-  hunderts kehrte  man jedoch wieder zum ursprünglichen Ortsnamen zurück. *7)

Am 01.01.1972 wurde Birklingen in die Stadt Iphofen eingemeindet.

1)    Bayer. Hauptstaatsarchiv München: Würzb. Urkunden 6975/1.  

2)     P.  Wittmann: Monumenta Castellana, München 1890: S. 37 Nr. 122.

3)    Th. Freudenberger: Quellen zur Geschichte der Wallfahrt und des Augustinerchorherrenstiftes Birklingen (Verlag der Würzb. Diözesangeschichtsverein 1937): S. 77.

4)    Bayer. Staatsarchiv Nürnberg: Rep. 209 Nr. 48.

5)    P. Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau, Würzburg 1958.

6)    Stadtarchiv Iphofen: U 40.

7)    W.D. Ortmann: Hist. Ortsnamenbuch von Bayern (Kommission für Bayer.  Landesgeschichte, München 1967)

 

Ortsbeschreibung 1846 

Gemeindevorsteher: Johann Meissel.

Kirchdorf, 1 St. v. Possenheim, kath., 17 Häuser, 17 Fam. 94 Seelen; mit eigner Schule zur Pfarrei Iphofen. 1 Wirth, 1 Büttner, 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Weber. War ehem. Ein Augustiner-Kloster, welches im Bauernkrieg zerstört wurde.

Neubau: Einöde, protest. Ehem. Bamberg. 2 Häuser, 2 Fam. 8 Seelen; zur Pfarrei und Schule Mkt. Einersheim.

Literatur:

Dr. G. Hojer: Ehemaliger Landkreis Scheinfeld (Deutscher Kunstverlag/München 1976).  

W.D. Ortmann: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Landkreis Scheinfeld (Kommission für  Bayer. Landesgeschichte, München 1967)

E. Vetter: Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern (Ansbach 1846).