Die Katze von Birklingen

 

Folgendes war am 17.10.1981 in den Iphöfer Nachrichten zu lesen:

Eine Messe für die Katz?
Es war an einem milden Abend im August. In der Kirche von Birklingen sangen die Gläubigen gerade das Eingangslied zum allwöchentlichen Gottesdienst am Mittwoch. Da stahl sich zusammen mit einem etwas verspäteten Kirchenbesucher ein junges Kätzchen über die Türschwelle in die Kirche. Bei der ersten Bankreihe verharrte es ein wenig, lief dann rasch in die Bank, wo die Schwestern ihren Platz haben, und schnurrte an deren Füßen und Knöcheln vorbei. Daraufhin trug eine der Schwestern das Kätzchen wieder vor die Türe. Nach der Lesung jedoch, beim Zwischengesang, was das Kätzchen bereits wieder in der Kirche - diesmal auf dem Podest vor dem Altar, wo es sich ganz ungeniert leckte und putzte. Ein Ministrant nahm es auf die Arme und brachte es ins Freie. Als die Gläubigen das Lied zur Gabenbereitung anstimmten, kam das Kätzchen auf leisen Sohlen durch den Mittelgang, am Priestersitz vorbei und hinter dem Altar herum. Von da aus erreichte es die Treppe zur Kanzel, stieg die Stufen empor und blieb eine Weile im Kanzelkorb sitzen. Nach einigem Miauen in der ungewohnten Umgebung sprang es mit einem Satz auf die Kanzelbrüstung. Und von dieser "Aussichts-Kanzel" wich es nicht mehr bis zum Ende der hl. Feier. Abwechselnd wandte es sein Köpfchen dem Priester am Altar und den Gläubigen im Kirchenschiff zu - in echter Katzenneugier. Der zelebrierende Geistliche, hochw. Herr Dr. A.G. Unimna aus Nigeria, gab dem Auftritt des Kätzchens eine theologische Deutung, indem er aus dem Lobgesang der drei jungen Männer (Dan 3, 81) zitierte: "Preist den Herren, all ihr Tiere, wilde und zahme, lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!"
Also, wohl eine Messe mit der Katz', aber nicht für die Katz'.

 

Wer diese Geschichte geschrieben hat, ist mir leider nicht bekannt.

Manfred Röll